«Eternity Redux» Roland von Tessin
Eternity Redux – Music video, 2’50”, 2010
Nosaj Thing – Coat of Arms
Produced by Roland von Tessin
Music by Nosaj Thing (Alpha Pub Records, Los Angeles)
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Kurzes Interview
Kannst du dich bitte kurz vorstellen.
Ich bewege mich zwischen Film, Kunst und Pop und arbeite gerne an Projekten, die unterschiedliche Annäherungen und Herangehensweisen mit Themen, Bildern und Ton verlangen; Musikvideo, Audiovisuelle Liveperformance, Videoinstallation, Dokumentarfilm, etc.
Eine Konstante ist das Interesse an der Komposition und Rhythmisierung von Fragmenten. In meinen abstrakten, audiovisuellen Arbeiten bleibe ich dabei bewusst inhaltlich sehr reduziert um das Bild nicht zu dominant gegenüber dem Ton werden zu lassen und so ein Erleben zu ermöglichen, das dem des reinen Musikhörens ähnlich ist.
Entstand diese Arbeit als Auftrag der Musikgruppe oder aus Eigeninitiative? Oder anders gefragt: War der Sound zuerst da oder die Bilder?
Bei “Eternity Redux” war die Musik zuerst da. Bei allen anderen Arbeiten entstanden Bild und Ton in einem audiovisuellen Prozess, der jeweils immer ein wenig anders gestaltet war. Meist hatte ich Bildmaterial und eine Vorstellung davon, was ich damit machen wollte. Es ist leider recht schwierig, den audiovisuellen Prozess kurz und bündig zu erklären. Mir ist es wichtig, dass ein stetiger Austausch und gegenseitige Beeinflussung stattfinden kann; mit mir selbst, wenn ich die alleine Musik produziere, bei den Ko-Produktionen wie auch dann, wenn der Musiker den Ton entwickelt. Die Dramaturgie soll durch das Bild wie auch durch den Ton entstehen. Beim Projekt “aPart of …” mit dem Pianisten Fabian M. Müller transportierten wir diesen audiovisuellen Prozess auf die Bühne und entwickelten ein Zusammenspiel, das sich zwischen Improvisation und Komposition bewegte.
Bei “Eternity Redux” war der audiovisuelle Prozess leider nur sehr beschränkt möglich. Durch kleine Änderungen im Arrangement konnte ich jedoch den Track teilweise den dramaturgischen Ideen anpassen, die während der Arbeit am Video entstanden sind.
Wie arbeitest du? Sammelst du Bilder, aus denen dann Visuals oder Videos werden, oder gehst du eher von einer Idee aus, aus der ein Projekt wird und dann ein Drehbuch und dann die Bilder geplant entstehen? Kannst du ein bisschen deine Arbeitsweise beschreiben?
Die Bilder, mit denen ich arbeite, filme ich entweder selbst oder Freunde von mir. Manchmal nutze ich auch Samples. Beim Video “L’Halitose du Versailles” zum Beispiel verwendete ich ausschliesslich Filmsamples von Kenneth Anger. Für meine neuste Arbeit, die ich im Rahmen meines Bachelor-Abschlusses an der Kunsthochschule Luzern entwickle, filmte ich in Tokios Punk- und HC-Szene und an Locations in den grossen, kommerziellen Zentren der Stadt. Dieses Material bildet nun die Grundlage für “Meanwhile at a 7-Eleven”, einer 6-Kanal Videoinstallation, die Ende Juni in Luzern an der Werkschau gezeigt wird.
Meine Themen finde ich meist prozesshaft. Während der Dreh- und Recherchephase in Tokyo zum Beispiel beeinflusste Vorgefundenes jeweils meine nächsten Schritte. Dieser Prozess lief auch nach meiner Rückkehr in die Schweiz weiter. Spielfilme, Bücher, Animes und Mangas flossen ein und beeinflussten wiederum meinen Umgang mit dem von mir gefilmten Tokyo-Footage.
Prozesshaftes Vorgehen, Selektion und Komposition sind Techniken, die in meiner Arbeitsweise als FIlm-Editor wie auch als Künstler zentral sind.
