«Traum und Zukunft»

«Traum und Zukunft» im kult.kino Club

Zusammen mit Chris Regn/Galerie Helga Broll und dem Kunstraum lodypop hat videopark nach kurzen Videos zum Thema Traum und Zukunft gefragt. Am Sonntag 14. September waren 23 Videos im Kult.Kino Club als Programm zu sehen.
Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Katrin Bahrs, Sebastian Blank, Nicole Boillat, Christine Camenisch, Manuela Johanna Covini, Copa & Sordes, Brigitte Friedlos, Co Gründler, Nesa Gschwend, Christiane Hummel, Hurter-Urech, Marlen Jacob, An Kaler, Georgette Maag, Urslé von Mathilde, Richard O’Sullivan, Manuel Scheiwiller, Fender Schrade & Wibke Straube, Céline Schroeder, Gika Witt, Brigitta Würsch, YAM.
Hier eine Auswahl der Einsendungen. Alle Clips sind bei Galerie Helga Broll zu sehen.

ABK (Aktion Befreite Kunst) • Sebastian Blank • Köln 2008, 2’43“
Nicht alle sind jedoch mit Sebastian Blanks Utopie und vor allem nicht mit den ökonomischen Auswirkungen für die Kunst einverstanden. Die radikale ABK entführt deshalb den Geschäftsführer P.T. More (sprich: “petit more”), der »Artmart« zu einem Global Player gemacht hat. Ihre Forderungen stellt die ABK in einem Entführungsvideo, welches auf dem Kultur-Wirtschafts-Nachrichtensender ATV ausgestrahlt wird. Ähnlichkeiten mit Charles Saatchi und mit der nicht immer leichten RAF-Polemik sind rein zufällig.

Badesee offen [downstairs] • Brigitte Friedlos • Zürich 2008, 2’51”‘

Nr. 00308 • Nicole Boillat • Basel 2008, 3’49“
Im Traum beim Aufwachen fliegen können, Zum Schluss steht da jemand um einen aufzufangen doch dann wacht man auf.

Zahnfloyd • Hurter-Urech (Regula Hurter, Uri Urech) • CH 2006, 3’20“
Ein Zahn verlässt den Mund seines Besitzers. Nach einigem Hin und Her – vielleicht will der Zahn in den lachenden Mund der Geliebten? – findet er sich in einer blauen Blume.
Das Publikum wird auf diese Geschichte vorbereitet, indem der Zahnbesitzer und seine Geliebte einige Gedichte über Zahnweisheiten rezitieren.

Drachentanz • Christiane Hummel • Lettland, 2008, 1’14“

Gloria • Georgette Maag • Zürich 2008, 1’59“

Lullaby • Co Gründler • CH, 2007, 1’55“
Wie verändert sich eine idyllische Atmosphäre, wenn es dunkel wird? Welchen Einfluss hat das Licht / die Dunkelheit auf unsere Wahrnehmung? Die Nacht ist die Zeit des Unbewussten und der Romantik, der Träume und Alträume. „I like the idea that everything has a surface which hides much more underneath….I go down in the darkness and see what`s there.“ (David Lynch, Monthly Film Bulletin, April 1987)

Kunst und Gesellschaft im Dialog I • Sebastian Blank • Köln 2008, 2’43“
Bei «Kunst und Gesellschaft im Dialog I» handelt es sich um eine Machinima-Produktion, also um ein Video, das innerhalb eines Computerspiels gedreht wurde. Sebastian Blank stört in dieser Arbeit den regulären Spielablauf, indem er (Kunst-) Objekte in der Spielwelt platziert und zuschaut, wie diese darauf reagiert. Von künstlicher Intelligenz kann dabei allerdings keine Rede sein und das Szenario, was ausschließlich durch den Computer gesteuert wird, endet schnell im Sinnlosen – und wirft so Fragen über unsere Beziehung zur Kunst auf.

My Dreams Make Me Wander • Fender Schrade & Wibke Straube • D 2008
In dieser Episode von My Dreams Make Me Wander wurden drei nächtliche Träume für das Tagesbewusstsein realisiert. Wie die Muskulatur den Körper bewegt, bewegen die Vorstellungskraft und Träume die Seele. Mit unterschiedlicher Geschwindigkeit überwinden die Körper in den Bildern Widerstände, Hindernisse, sammeln Erfahrung, verändern sich. Das beständige Aushandeln der Körper von Bewegung, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Langsamkeiten stellt eine Körperpraxis der Alltäglichkeit dar, in der es immer auch um ein Aushandeln der eigenen Identifikation und Disidentifikation in und mit dem Raum selbst geht. Zugleich ist es ein beständiges Aushandeln des Gegenübers, des Untergrunds, des Widerstands und der Flexibilität dieser Umgebung, in dessen Interaktion die gezeigten Körper diese Hindernisse überwinden. In den verschiedenen Schichtungen von Licht, Geschwindigkeit, Körper, Identifikation und Widerstand wird alltägliche Erfahrung gebündelt und visualisierbar. Körper wie auch die Landschaften sind Räume, die sich verändern, in vielschichtiger Form bewegen und Bewegung herausfordern.

strike a pose • Céline Schroeder • Wijlre NL 2008, 1’00“
Das Video versteht sich als Parodie auf unsere Anbetung des schönen Scheins. Sowie die stets anwachsende Zahl von Konsumgütern, die sich kaum noch von ihren Produkteigenschaften sondern in erster Linie über das Design voneinander unterscheiden, so definiert sich der moderne Mensch über sein Äußeres. Innere Werte zählen hier wie dort immer weniger – wozu auch, da doch Dinge wie Menschen immer schneller ausgetauscht werden. Die Massenmedien beschleunigen diesen Prozeß in Ihrem Heißhunger nach immer neuen Geschichten & Gesichtern mit denen sie ihre absurden Sendezeiten auf hunderten Känälen füllen können. Der Wunsch Andy Warhols, wonach jeder Mensch für 15 Minuten berühmt wird, steht kurz vor der Erfüllung.
Die Frau im Video steht für diese sich stets wandelden Eintagsfliegen in den inflationären Superstar-Shows in denen wir der Alltags-Realität für kurze Zeit entfliehen können. Der Betrachter erfährt rein gar nichts über diese Frau, nur eine Oberfläche wird ihm dargeboten. Eine Oberfläche mit den üblichen leeren Versprechungen von “ewiger Jugend” und “im Mittelpunkt stehen”. Wir wissen, das sie diese Versprechen nicht halten kann, aber das macht nichts – morgen haben wir sie eh wieder vergessen und lassen uns von einer neuen Hochglanz-Oberfläche verführen.

Ein Haus für Europa • Copa & Sordes • Basel 2005, 2’10“
Cupido baut ein Haus für Europa und hat seinen Spass dabei

Transit • Richard O’Sullivan • UK 2008, 2’00“
In this very short, simple piece, a spotlight is moved over a jar of American coins. The glare of the light blossoms and fades over the curves of quarters and pennies, shot using a tiny CCTV wireless camera. There’s something paradoxical about the treatment of the money in this video. The piece is clearly fetishistic as it fixes on the shiny surfaces of the coins in the light; the tiny camera makes the coins seem larger than normal. But the dirty degraded images, the burnt-out glare and the dark recesses of the pile all imply something unpleasant. The grand American symbols on the coins are belied by the dank, grubby visual treatment of these now-worthless pennies.
Meanwhile, the passage of the light on the coins seems to suggest something far removed from money, something almost celestial. A ‘transit’ is the apparent passage of one astral body in front of another in the night sky, perhaps suggested by the motion of the light here.The piece becomes, then, some sort of statement on money, the stuff we can’t stop thinking about; or, more specifically, American money, with its pervasive global influence.

main street • Manuel Scheiwiller •Buenos Aires 2008

Die drei Seiten der Medaille • Katrin Bahrs • Hamburg, 2008, 3’16“
Fotomaterial schiebt sich, an der Mittelachse gespiegelt, vertikal durch das Bild. Durch gleichzeitige Drehung verändern sich die Formen und Farben, die solchermaßen wechselnden Aggregatzustände öffnen den Raum für Suggestion, Illusion und Assoziation.

falling bye • Manuel Scheiwiller • Buenos Aires 2008

Rakete • Christine Camenisch • Paris 2007, 0’33“
….Adieu Paris!

Leave a Comment