«copy» Esther Hunziker

copy · Esther Hunziker · 1994
-
kurzes interview

Kannst du kurz etwas über den Hintergrund des Videos sagen. Was hat dich da beschäftigt/interessiert?
COPY ist wie der name sagt eine kopie. die vervielfätigung, wiederholung eines orginals. ein selbstportrait. ich, das orginal durch die maschinen gedreht.
bilder die sich unentwegt aufbauen und wieder verschwinden, ohne je bei einer konkreten ansicht stehen zu bleiben. halbbilder die ineinander übergehen.

Das Video ist jetzt schon über 10 Jahre alt. Wie hast du das damals technisch gemacht? Was gab es da für Programme/Maschinen etc?
die bilder wurden mit einer überwachungskamera aufgenommen und auf einem analogen u-matic low-band schnittplatz bearbeitet.
wie genau das video technisch umgesetzt wurde kann ich im nachhinein nicht mehr nachvollziehen. vieles entstand durch zufall, durch fehler.
bei den analogen schnittplätzen damals mit den diversen maschinen, monitoren, kabeln, hebeln und knöpfen gab es genügend möglichkeiten fehler zu begehen und das signal zu stören.
ich habe sehr viel mit diesen fehlern und störungen experimentiert. es war spannend alle diese verborgenen bilder zu entdecken.

Du arbeitest oft mit Bildern die durch Störungen, Verzerrungen, Verpixelungen verändert sind. Was interessiert dich daran?
Ist es Teil deiner Arbeit diese Veränderungen durch Experimente herzustellen, oder wie kommst du zu deinem Bildmaterial?

ich arbeite viel mit found footage, mit fragmenten. ich rezikliere und baue neu zusammen. es ist das zusammenspiel von fragmenten, von bild, text und ton das mich interssiert. ich spiele damit, nehme die dinge auseinander, setzte neu zusammen und konstruiere meine eigenen geschichten. dabei sind die zufälligen bilder die man entdeckt meist interessanter als jene die man sucht.

Heute machst du ja mehr “Netzkunst”, audiovisuelle Geschichten durch die man sich durchklicken muss.
Woran arbeitest du zur Zeit? Und um was für eine Geschichte geht es dabei?

edinburgh/demon heisst die neueste arbeit (in den nächsten tagen online). nach nord und alphabet ltd. ist es das dritte gemeinsame online projekt mit felix zbinden.
edinburgh/demon ist ein fiktiver online report. es geht um die protagonistin katrina winterberg und um ‘maxwells dämon’, das abstrakte gedankenexperiment des edinburgher physikers james clerk maxwell, das den absoluten zweiten hauptsatz der thermodynamik in frage stellt.
die offene erzählweise von ‘edinburgh/demon’ produziert unentwegt geschichten, geschichtssplitter, gedankenfragmente, die aufgenommen und abgebrochen werden: dämonen. dysfunktionale kommunikation. wärmetod. 1/f rauschen. 35,6 tonnen exformation. wahnsinnige frauen. dalry gait. kommunikationstheorie. informationstheorie. motorisierte pogostöcke. minimale bewusstseinsbandbreite. shannon vs bennett. island. chloroform. maschinenskizzen. meeresrauschen. elektroschrott. die büchse der pandora. explodierende maschinen —
…demnächst in ihrem internet!
-
www.23ltd.ch

Leave a Comment

Spam protection by WP Captcha-Free