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Archive for the 'Videos' Category

«Aanaatt» Max Hattler

27.06.2009

‘Aanaatt’ · Max Hattler · 2008 · 1min teaser (original: 4min 45sek)
Animation: Max Hattler, Noriko Okaku · Musik: Jemapur

Kurzes Interview

Kannst du dich bitte kurz vorstellen.



ich komme aus ulm an der donau. hippieeltern, waldorfschule. elektronische musik machen und konsumieren und abi in franfurt am main. zivildienst in england. ein jahr in paris. bachelorstudium goldsmiths college in london. european master in visual effects in madrid. zwei jahre als compositor und editor bei das werk in berlin. studium master in animation am royal college of art, london. seit dem abschluss 2005 weiterhin in london als freier kuenstler und regisseur. experimentalfilme, live audiovisuals, musikvideos, auch mal werbung. dozent am goldsmiths college und der university of east london.



Wie sieht ein Tag in deinem Leben aus?



das ist immer unterschiedlich. mal tage- und naechtelang zu hause vor dem rechner, dann wieder nine-to-five im studio oder an der uni. auch bin ich relativ viel mit meiner arbeit unterwegs. zuege, fluege, fremde hotels, festivals, clubs. ich liebe und brauche diese abwechslung, da ich hauptsaechlich mit animation arbeite, was auf die dauer extrem langatmig und auch schon mal langweilig sein kann.



Was bedeutet Aanaatt? 



nichts… aber als katalogeintrag bei filmfestivals steht es meist ganz oben, hehe.



Was hat dich zu dieser visuellen Sprache inspiriert?



einerseits de stijl, konstuktivismus und moholy-nagy, andererseits war es eine reaktion auf die unzaehligen filme und werbeclips die sich der computeranimation bedienen um einfache animierte geometrien zu erzeugen und diese mit realfilm verschmelzen. ich hatte den wunsch einen film zu machen der reales und abstrakt-grafisches verbindet, jedoch ohne digitale animation oder effekte auskommt.



Und kannst du etwas zu Planung, Umsetzung, Unfällen, Überraschungen usw bei diesem Projekt erzählen?



aeusserst gluecklich fuer das projekt war, dass produktdesigner hans (nick) roericht, professor emeritus der udk, mir zugang zu seiner werkstatt gestattete: ein sammelsurium wundersamer objekte von den 1960er jahren bis heute. also packte ich zwei koffer voll merkwuerdiger objekte aus metall, holz und plastik und liess sie vor nick’s werkstatt stehen um sie alsbald abzuholen und nach london mitzunehmen. fuenf minuten spaeter war die polizei vor der tuer – sie hatten einen anonymen anruf bekommen – und wir mussten ihnen erklaeren dass es alles fuer einen film ist und nicht zum bau einer retro-futuristischen bombe.



Wie kommt es zu der Zusammenarbeit mit den japanischen Künstlern? Wer ist Noriko Okaku oder Jemapur?



jemapur ist ein junger elektronica-musiker aus shizuoka. seine cd+dvd ‘evacuation’ wurde im november 2008 von w+k tokyo lab veroeffentlicht (incl. dem aanaatt video). im april/mai 2008 war ich mit robert seidel auf fuenfwoechiger japantour. wir hatten 23 events am start, retrospektiven unserer arbeiten als teil von zwei filmfestivals, vorlesungen und screenings an hochschulen und in kunstkinos, eine ausstellung, live audiovisual performances und vj sets mit diversen musikern und djs. dieser geballte frontalangriff hat uns einige tueren und herzen geoeffnet, nicht zuletzt die der jungs von w+k tokyo lab (das tokyo-basierte record label der werbeagentur wieden+kennedy). und so kam es zu der zusammenarbeit mit jemapur. mit noriko okaku habe ich am royal college of art studiert. sie macht sehr schoene sachen die ein bisschen an lawrence jordan oder terry gilliam’s python-animationen erinnern. noriko ist eine stop-motion expertin und war eine wahnsinnige bereicherung fuer das projekt. sie hat auch bei meinen tour visuals fuer basement jaxx mitgearbeitet, und momentan zeigen wir die von abandon normal devices kommissionierte live a/v performance ‘oh yes’ auf verschiedenen festivals.



Du verwendest in deinen Arbeiten Video und verschiedenste Animations-Techniken wie Zeichnung oder Stop-Motion. Probierst du einfach gerne spielerisch was neues aus oder sind das inhaltliche Entscheidungen?



das liegt auf jeden fall daran, dass mir schnell langweilig wird, ich probiere gerne neues aus. ich erlaube mir dass sich der stil dem thema anpasst, und nicht umgekehrt. insofern sind es letztendlich inhaltliche entscheidungen die die technik bestimmen. ich habe es bis jetzt nicht geschafft bzw. auch nicht fuer noetig gehalten, einen rein visuell wiedererkennbaren stil zu entwickeln. aber ich denke es gibt trotzdem insgesamt uebergreifende wiedererkennungspunkt in meinem ansatz, meiner arbeitsweise, wie ich mich mit aesthetischen, narrativen und audio/visuellen mitteln mit meine themen auseinandersetze.



London sei teuer, hört man immer wieder. Lebst du von deiner Kunst? Oder wie sieht das bei dir aus? 



london ist schon teuer, da muss man sich etwas arrangieren. grosse wohnung alleine beziehen geht leider gar nicht bei meinen vorstellungen von kuenstlerischer unabhaengigkeit und relativer freiheit von geregelten arbeitszeiten. wie schon oben kurz erwaehnt: die mischung macht’s. dozieren zahlt die miete, audiovisuelle performances das taschengeld und die reisekasse. dann hin und wieder filmfoerderung, mal was verkaufen, mal ein werbeclip oder musikvideo. so kommt man hin. so weit so gut, und ich hoffe es geht weiter.



Hast du einen Wunsch für die Zukunft?


jetzt erst mal mit meinem momentanen kurzfilm ‘spin’ fertig werden. dann denke ich ueber die zukunft nach… ich hab da schon einige wuensche fuer die zukunft, aber nichts ist momentan spruchreif.

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Link: www.maxhattler.com

«Futures» Robert Seidel

25.01.2009

‘Futures’ · Robert Seidel · 2006 · Music by Zero7

Kurzes Interview

Deine Arbeiten sind sehr malerisch. Du zeigst eigentlich den Entstehungs-Prozess von Bildern auf – ohne dass dabei aber ein fertiges Bild entsteht. Alles fliesst immer weiter – es scheint dir um das flüchtige zwischen den konkreten Bildern zu gehen. Kannst du dazu etwas ausholen?

Mit meinen Filmen möchte ich Gefühle hervorrufen, die nicht direkt auf dem Gesehenen basieren, sondern den persönlichen Assoziationen des Betrachters und deren emotionaler Dichte. Die abstrakten Bilder sind „Erinnerungskatalysatoren“ und simulieren eine verschwommene Wahrnehmung – einen Zustand in dem man eine Struktur beziehungsweise Bewegung zu erkennen glaubt oder etwas Vergessenes wieder in den Fokus zurückfindet. Dieses Prinzip der „Unschärfe“ gibt es in der Malerei sehr lange, so schuf schon Turner abstrahierte Naturzustände, die eine sehr persönliche Leseart erlauben. Das Kaleidoskop der Reaktionen hilft mir zudem das seltsame Wesen namens Mensch besser zu verstehen.

Wachstum, Vielfalt und Wirkungskomplexität der Natur sind dabei wichtige Quellen meiner Arbeit, die zusammen mit meinen Erinnerungen ein Erzählskelett liefern. Dieses wird mit verschiedenen Fragmenten aufgefüllt, in denen ich räumliche, zeitliche oder strukturelle Ideen analysiere. Der Entstehungsprozess dieser Einzelteile ist sehr aufwendig und da meine Arbeitsweise vom Chaos beherrscht wird, muss ich genügend Zeit und Ruhe haben, um alles in einem Film abzuschliessen. Ein späteres „Übermalen“, wie in der Malerei ist leider nicht möglich, da in meinen Filmen alle Bilder aufeinander aufbauen und eine Rekonstruktion des Zeitflusses für mich kaum möglich ist. Daher schlummern viele Skizzen im täglichen freiberuflichen Überlebenskampf und erlangen nie die Reife, die ich zur Veröffentlichung für notwendig erachte. Somit ist die Zahl meiner Arbeiten überschaubar, dennoch folgt Alles kontinuierlich einer Gesamtidee, ohne sich zu stark von der Aussenwelt beeinflussen zu lassen.

Du verwendest Fotos aber auch von Hand gemalte Vorlagen. Kommst du von der Malerei? Malst du auch „analoge“ Bilder?

Ich versuche meine Objekte und deren Transformation nicht nur am Rechner zu konstruieren, da der digitale Zufall häufig selbstähnliche Muster hervorbringt. Die Komplexität der Natur ist am Rechner schwerlich zu erzeugen, unabhängig davon, ob dies überhaupt ein Ziel sein sollte. Wenn ich nun Zeichnungen, Fotos, 3D-Scans, Motion Capture-Daten oder Röntgenbilder als Bezugspunkte wähle und diese nach meinen Vorstellungen arrangiere, greifen die einzelnen Filmebenen stärker ineinander und werden mit „natürlichen Zufällen“ akzentuiert. Das Abbildungsvokabular der Naturwissenschaft ist für mich ähnlich massgebend, wie das der bildenden Kunst.

Die Zeichnung ist seit meiner Kindheit wichtiger als die Malerei, unzählige Artefakte in meinen Schulheften sprechen davon. Ich denke das Element meiner Filme, welches an pastöse Malerei erinnert, kommt massgeblich von meiner Interpretation der Skulptur, welche der flachen Zeichnung eine Tiefe verleiht und im fertigen Filmbild eine zersplitterte Perspektive auf etliche Volumen- und Zeitansichten liefert. In der Gesamtheit sehe ich meine Arbeit nicht nur in der Tradition des Experimentalfilms, sondern zusätzlich der „Tableaux vivants“, der „lebenden Bilder“, wenn auch mit einer Fragmentierung des menschlichen Körpers.

Unabhängig von Allem ist die Zeichnung immer der verborgene Ursprung.

Du hast eine sehr eigene visuelle Sprache entwickelt, die sich abhebt von vielen anderen aktuellen „Digital-Animations“-Künstlern… Deine Arbeiten wirken sehr organisch, oft sehr üppig und bunt. Vieles das man sonst sieht ist eher technoid und grafisch-reduziert oder sieht eben aus wie einem 3D-Programm entsprungen. Hat das einfach mit deinen Vorlagen zu tun oder woher kommt das?

Das organisch-digitale Element entspringt meiner oben genannten Faszination für die Natur und deren erste Reproduktionsversuche in Form von Fraktalen. Mein Vater hatte mir als Kind Mandelbrot-Mengen näher gebracht und ich war und bin sehr erstaunt, wie sich aus einigen kryptisch-mathematischen Grundregeln solch unendlich verzweigte und verschlungene Strukturen ableiten lassen. Der Minimalismus hat es nie geschafft, mich auf eine ähnliche Art zum Träumen und Experimentieren anzuregen. Als ich mit dem Studium am Bauhaus-Universität Weimar anfing, war es schon zu spät meine Prägung aufzulockern …

Meine Verwendung von Farben untersteht immer der Aussage des jeweiligen Projektes. Generell bin ich von sehr kräftigen Farben eines bestimmten Spektrums fasziniert, die ich aber je nach Film „eindämme“. „_grau“ ist eigentlich von Anfang bis Ende farbig. Ich habe mich aber entschlossen nach dem Filmereignis des Unfalls die Farben fast gänzlich zu entfernen, da es sich von diesem Zeitpunkt an nur noch um die flimmernden Standpunkte von Erlebnissen handelt, deren Helligkeiten in der Summe ein grau ergeben sollten. Meinen kommerziellen Arbeiten möchte ich diese Schwere nicht mitgeben, sie sind daher durchweg farbig, können aber durchaus wie in „Futures“ nostalgische Farbverschiebungen aufweisen.

Den Clip den wir hier sehen ist ja zu einem Song von Zero 7 gemacht – ein Musikvideo eigentlich. Welche Rolle spielt der Sound in deiner Arbeit? Kannst du etwas zur Zusammenarbeit zwischen dir und Musiker/Sounddesigner sagen?

Das Musikvideo „Futures“ ist meine einzige Arbeit, wo der Soundtrack vor dem Film existierte. Normalerweise ist das Bild in der Finalisierung oder sogar gänzlich abgeschlossen. Dem Musiker lasse ich danach relativ freie Hand, untermale meine Vorstellungen mit Tonbeispielen oder schlüssele meine verwendeten Erinnerungen auf und warte, was anschliessend seiner Imagination entspringt.

Dieses Vertrauen führt oft zu Ergebnissen, die meinen musikalischen Erwartungshorizont übersteigen. Insbesondere die Arbeit mit Heiko Tippelt und Philipp Hirsch an „_grau“ sticht in meinen Augen heraus und führte zur wiederholten Zusammenarbeit mit Heiko beim Ident „Human Paint“, sowie dem nächsten geplanten Filmprojekt.

Du warst diese Jahr auf einer „Japan Tour”. Was war das genau, was hast Du dort gemacht und erlebt?

Max Hattler und ich sind 5 Wochen durch Japan gereist und haben Vorträge, Screenings und Performances in Universitäten und Kulturzentren abgehalten. Dabei war unser Terminplan unvernünftigerweise so voll, dass kaum Zeit für ein bewusstes Entdecken dieses facettenreichen Landes blieb und ich am Ende alles nur noch an mir vorbeiziehen sah. Diese entkoppelte Selbstwahrnehmung, das ständige Vermengen und Überlagern von Eindrücken empfand ich sowohl als kräftezehrend als auch visuell anregend.

Das gesamte Konvolut aus Schattenbildern, Déjà-vu-Erlebnissen und allgemeiner Überreizung wird sich 2009 in einem neuen Kurzfilm niederschlagen, welcher zudem die Methoden meiner Live Performances verfeinert und konserviert.

Was machst Du zur Zeit? Gibt es ein aktuelles Projekt?

Neben dem erwähnten Film arbeite ich gerade an zwei kleineren Projekten, zum einen an einer virtuellen Skulptur für eine Ausstellung in Südkorea, zum anderen an einer Installation zum Jubiläum des Bauhaus. Und obwohl meine Freunde langsam daran zweifeln, steht immer noch mein Umzug nach Berlin auf dem Plan, allerdings kommt schon seit Monaten immer wieder etwas dazwischen …

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Link: www.2minds.de

«Traum und Zukunft»

01.10.2008

«Traum und Zukunft» im kult.kino Club

Zusammen mit Chris Regn/Galerie Helga Broll und dem Kunstraum lodypop hat videopark nach kurzen Videos zum Thema Traum und Zukunft gefragt. Am Sonntag 14. September waren 23 Videos im Kult.Kino Club als Programm zu sehen.
Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Katrin Bahrs, Sebastian Blank, Nicole Boillat, Christine Camenisch, Manuela Johanna Covini, Copa & Sordes, Brigitte Friedlos, Co Gründler, Nesa Gschwend, Christiane Hummel, Hurter-Urech, Marlen Jacob, An Kaler, Georgette Maag, Urslé von Mathilde, Richard O’Sullivan, Manuel Scheiwiller, Fender Schrade & Wibke Straube, Céline Schroeder, Gika Witt, Brigitta Würsch, YAM.
Hier eine Auswahl der Einsendungen. Alle Clips sind bei Galerie Helga Broll zu sehen.
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ABK (Aktion Befreite Kunst) • Sebastian Blank • Köln 2008, 2′43”
Nicht alle sind jedoch mit Sebastian Blanks Utopie und vor allem nicht mit den ökonomischen Auswirkungen für die Kunst einverstanden. Die radikale ABK entführt deshalb den Geschäftsführer P.T. More (sprich: “petit more”), der »Artmart« zu einem Global Player gemacht hat. Ihre Forderungen stellt die ABK in einem Entführungsvideo, welches auf dem Kultur-Wirtschafts-Nachrichtensender ATV ausgestrahlt wird. Ähnlichkeiten mit Charles Saatchi und mit der nicht immer leichten RAF-Polemik sind rein zufällig.
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Badesee offen [downstairs] • Brigitte Friedlos • Zürich 2008, 2’51”’
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Nr. 00308 • Nicole Boillat • Basel 2008, 3′49”
Im Traum beim Aufwachen fliegen können, Zum Schluss steht da jemand um einen aufzufangen doch dann wacht man auf.
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Zahnfloyd • Hurter-Urech (Regula Hurter, Uri Urech) • CH 2006, 3′20”
Ein Zahn verlässt den Mund seines Besitzers. Nach einigem Hin und Her – vielleicht will der Zahn in den lachenden Mund der Geliebten? – findet er sich in einer blauen Blume.
Das Publikum wird auf diese Geschichte vorbereitet, indem der Zahnbesitzer und seine Geliebte einige Gedichte über Zahnweisheiten rezitieren.
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Drachentanz • Christiane Hummel • Lettland, 2008, 1′14”
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Gloria • Georgette Maag • Zürich 2008, 1′59”
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Lullaby • Co Gründler • CH, 2007, 1′55″
Wie verändert sich eine idyllische Atmosphäre, wenn es dunkel wird? Welchen Einfluss hat das Licht / die Dunkelheit auf unsere Wahrnehmung? Die Nacht ist die Zeit des Unbewussten und der Romantik, der Träume und Alträume. „I like the idea that everything has a surface which hides much more underneath….I go down in the darkness and see what`s there.“ (David Lynch, Monthly Film Bulletin, April 1987)
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Kunst und Gesellschaft im Dialog I • Sebastian Blank • Köln 2008, 2′43”
Bei «Kunst und Gesellschaft im Dialog I» handelt es sich um eine Machinima-Produktion, also um ein Video, das innerhalb eines Computerspiels gedreht wurde. Sebastian Blank stört in dieser Arbeit den regulären Spielablauf, indem er (Kunst-) Objekte in der Spielwelt platziert und zuschaut, wie diese darauf reagiert. Von künstlicher Intelligenz kann dabei allerdings keine Rede sein und das Szenario, was ausschließlich durch den Computer gesteuert wird, endet schnell im Sinnlosen – und wirft so Fragen über unsere Beziehung zur Kunst auf.
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My Dreams Make Me Wander • Fender Schrade & Wibke Straube • D 2008
In dieser Episode von My Dreams Make Me Wander wurden drei nächtliche Träume für das Tagesbewusstsein realisiert. Wie die Muskulatur den Körper bewegt, bewegen die Vorstellungskraft und Träume die Seele. Mit unterschiedlicher Geschwindigkeit überwinden die Körper in den Bildern Widerstände, Hindernisse, sammeln Erfahrung, verändern sich. Das beständige Aushandeln der Körper von Bewegung, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Langsamkeiten stellt eine Körperpraxis der Alltäglichkeit dar, in der es immer auch um ein Aushandeln der eigenen Identifikation und Disidentifikation in und mit dem Raum selbst geht. Zugleich ist es ein beständiges Aushandeln des Gegenübers, des Untergrunds, des Widerstands und der Flexibilität dieser Umgebung, in dessen Interaktion die gezeigten Körper diese Hindernisse überwinden. In den verschiedenen Schichtungen von Licht, Geschwindigkeit, Körper, Identifikation und Widerstand wird alltägliche Erfahrung gebündelt und visualisierbar. Körper wie auch die Landschaften sind Räume, die sich verändern, in vielschichtiger Form bewegen und Bewegung herausfordern.
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strike a pose • Céline Schroeder • Wijlre NL 2008, 1′00”
Das Video versteht sich als Parodie auf unsere Anbetung des schönen Scheins. Sowie die stets anwachsende Zahl von Konsumgütern, die sich kaum noch von ihren Produkteigenschaften sondern in erster Linie über das Design voneinander unterscheiden, so definiert sich der moderne Mensch über sein Äußeres. Innere Werte zählen hier wie dort immer weniger – wozu auch, da doch Dinge wie Menschen immer schneller ausgetauscht werden. Die Massenmedien beschleunigen diesen Prozeß in Ihrem Heißhunger nach immer neuen Geschichten & Gesichtern mit denen sie ihre absurden Sendezeiten auf hunderten Känälen füllen können. Der Wunsch Andy Warhols, wonach jeder Mensch für 15 Minuten berühmt wird, steht kurz vor der Erfüllung.
Die Frau im Video steht für diese sich stets wandelden Eintagsfliegen in den inflationären Superstar-Shows in denen wir der Alltags-Realität für kurze Zeit entfliehen können. Der Betrachter erfährt rein gar nichts über diese Frau, nur eine Oberfläche wird ihm dargeboten. Eine Oberfläche mit den üblichen leeren Versprechungen von “ewiger Jugend” und “im Mittelpunkt stehen”. Wir wissen, das sie diese Versprechen nicht halten kann, aber das macht nichts – morgen haben wir sie eh wieder vergessen und lassen uns von einer neuen Hochglanz-Oberfläche verführen.
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Ein Haus für Europa • Copa & Sordes • Basel 2005, 2′10”
Cupido baut ein Haus für Europa und hat seinen Spass dabei
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Transit • Richard O’Sullivan • UK 2008, 2′00”
In this very short, simple piece, a spotlight is moved over a jar of American coins. The glare of the light blossoms and fades over the curves of quarters and pennies, shot using a tiny CCTV wireless camera. There’s something paradoxical about the treatment of the money in this video. The piece is clearly fetishistic as it fixes on the shiny surfaces of the coins in the light; the tiny camera makes the coins seem larger than normal. But the dirty degraded images, the burnt-out glare and the dark recesses of the pile all imply something unpleasant. The grand American symbols on the coins are belied by the dank, grubby visual treatment of these now-worthless pennies.
Meanwhile, the passage of the light on the coins seems to suggest something far removed from money, something almost celestial. A ‘transit’ is the apparent passage of one astral body in front of another in the night sky, perhaps suggested by the motion of the light here.The piece becomes, then, some sort of statement on money, the stuff we can’t stop thinking about; or, more specifically, American money, with its pervasive global influence.
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main street • Manuel Scheiwiller •Buenos Aires 2008
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Die drei Seiten der Medaille • Katrin Bahrs • Hamburg, 2008, 3′16”
Fotomaterial schiebt sich, an der Mittelachse gespiegelt, vertikal durch das Bild. Durch gleichzeitige Drehung verändern sich die Formen und Farben, die solchermaßen wechselnden Aggregatzustände öffnen den Raum für Suggestion, Illusion und Assoziation.
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falling bye • Manuel Scheiwiller • Buenos Aires 2008
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Rakete • Christine Camenisch • Paris 2007, 0′33”
….Adieu Paris!

«Szenen aus dem Alltag»

08.04.2008

Zusammen mit Chris Regn/Galerie Helga Broll und dem Kunstraum lodypop hat videopark nach kurzen Videos zum Thema Szenen aus dem Alltag gefragt. Wir haben von 20 Künstlerinnen und Künstler Videos erhalten. Am Samstag 5. April wurde das Projekt im lodypop vorgestellt und danach im kult.kino club als Screening-Programm gezeigt.
Hier eine Auswahl der Einsendungen. Alle 20 Clips sind bei Galerie Helga Broll zu sehen.

Beieinander • Maria Vedder • 4′ • Berlin • 2006
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kaizer looper • Kotaro Tanaka • 3′36” (loop) • Japan • 2006
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Morgenstund • Georgette Maag • 3′58” • Zürich • 2008
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Nr. 00208 (Buddy) • Nicole Boillat • 1′02” • Basel • 2008
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wake up • Sabine Rollnik und Stini Sebald • 2′55” • Deutschland • 2006

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winzerla woods • Robert Seidel • 1′30” • Deutschland • 2005

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Präsentation des Projekts und der Videos auf der videopark-jukebox im lodypop:

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«Shot 2» Hercli Bundi

26.02.2008

Shot 2 · Hercli Bundi · 2005 · Kamera: Zeno Moser
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Kurzes Interview

Du hast mehrere Arbeiten gemacht, wo du als Person in mehrfacher Ausführung auftauchst und mit dir selber interagierst. Kannst du zu diesem Thema etwas sagen? Um was geht es dir dabei?
Erstens ist es eine Spielerei: Wenn plötzlich ein Klon neben Dir steht, kommt es automatisch zu einer Konkurrenzsituation. Du willst dem andern (Dir selber) zeigen, dass Du der Stärkere bist. Das hat dramatisches Potenzial. Zweitens will ich aber auch zeigen, dass wir in uns gefangen sind und ständig ausbrechen wollen, wobei wir selber das grösste Hindernis auf diesem Weg sind. Drittens macht es mir Spass, mich selber zu spielen.

Inhaltlich kommen mir Stichworte wie Bürgerkrieg, Duell, Western, Hohle Gasse in den Sinn… Was hat dich zu diesem Clip inspiriert?
Inspiriert hat mich dieser Durchgang, auf den ich zufällig gestossen bin. Weil sich die Kamera bei solchen Clips nicht bewegen soll, braucht es interessante Dekors, und dieser versiffte Tunnel in Civitella d’Agliano war genau das Richtige. Zeno Moser hatte zufällig eine Kamera dabei, so konnten wir den Film nach ein paar Stunden Vorbereitung drehen.

Kannst du zur technischen Umsetzung etwas verraten? Hast du mit Masken im After-Effekts gearbeitet oder die einzelnen Aufnahmen einfach im FinalCut übereinander gelegt?
Ich habe alles mit der 8-Punkt-Maske im Final-Cut übereinandergelegt. Als Vorlage hatte ich mir eine Choreografie zurechtgelegt, damit die Personen einigermassen brauchbar miteinander interagieren.

Du hast ja eine eigene Film Produktions Firma. Wie sieht da dein Alltag aus? Und machst du momentan hauptsächlich DOK-Filme oder auch anderes?
Es gibt zu viele Filme, die ich gerne produzieren würde. Und zu wenig Geld, um sie alle zu machen. Was ich brauche, ist jemand mit einer goldenen Hand für die Finanzierung. Bei Mira Film haben wir mehrere Dokumentarfilme in Vorbereitung und ein paar Spielfilmideen. Für diese brauchen wir starke Partner.

Gibt es ein aktuelles Projekt das du hier erwähnen möchtest?
«Das Haus im Park» ist mein nächster Dokumentarfilm. In ihm steckt mächtig viel Herzblut, richtiger Staub von Menschen die viel davon geschluckt haben, und eine grosse Portion Rohheit. Der Film soll dieses Jahr (2008) fertig werden. Es geht um Hoffnungen und die Frage, was ein einzelner bewirken kann, wenn sich die Welt um ihn herum rasend schnell verändert.

Link: www.mirafilm.ch

Zeitguised

22.11.2007

‘Untitled (Geometries)’ · 2 min · Zeitguised · 2006 · Sound Design by Francois Gamaury
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‘Untitled (Landscape)’ · 11 min · Zeitguised · 2006 · Sound Design by Michael Fakesch
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Kurzes Interview

Auf eurer Website reihen sich freie Arbeiten, Musik Videoclips und kommerzielle Werbespots aneinander… Gibt es für euch keine Trennung zwischen den Disziplinen?
natürlich gibt es eine trennung, aber die ist schwer an irgendwas festzumachen. natürlich gibt es unterschiede zwischen einer freien arbeit und einer auftragsarbeit, jedoch sind die manchmal fliessend. auf unserer webseite finden sich eben auch kommerzielle arbeiten, an denen wir auch spass hatten, ein bisschen spielen durften oder die an unsere freien arbeiten angelehnt sind. das ist glaube ich nur im deutschsprachigen bereich anrüchig, wenn man auch etwas verkauft. wir haben kein problem damit, dass teile unserer arbeit auch teil einer mainstream kultur sind. wobei wichtige teile eben auch unterrepräsentiert oder unverstanden bleiben, aber das ist doch in den galerien nicht anders.

Seid ihr Künstler oder wie würdet ihr euch bezeichnen?
je nachdem, was wir gerade machen. manchmal passt die klassische bezeichnung künstler eben, aber das ist eigentlich unwichtig.

Arbeitet ihr nur zu zweit oder auch mit anderen? Anscheinend arbeitet ihr oft mit Musiker/Sound-Designer zusammen… Vertonen die eure Movies oder macht ihr die Animationen zum bestehenden Sound?
wir arbeiten oft mit anderen zusammen, vor allem musikern. animationen zu bestehender musik zu machen ist besonders spannend. im kommerziellen bereich ist das oft nicht der fall.

Wie arbeitet ihr? Habt ihr ein Sammelsurium von Effekten, Objekten oder Animationsabläufen von dem ihr ausgehen könnt? Entsteht viel direkt beim Machen am Computer oder erstellt ihr ein “Storyboard” das dann mit 3D-Programmen umgesetzt wird?
wenn wir frei arbeiten, entstehen die arbeiten ‘beim machen’. das ist ein grosser vorteil gegenüber traditionellen, materialgebundenen arbeitsweisen wie film oder trick, wo man aus wirtschaftlichen gründen alles schon vorher wissen muss, bevor man anfängt zu produzieren. da ist freies arbeiten nur schwer möglich.

Welche Inhalte interessieren euch? Was fasziniert euch an der künstlichen 3D-Welt?
für uns sind arbeiten, egal ob von uns oder anderen, interessant wenn sie etwas neues zum bestehenden hinzufügen. künstliche bilder sind der spass der imagination an sich selbst, und imagination sind wahrscheinlich der wichtigste teil dessen, was man so landläufig realität nennt, auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen. film hat sowohl eine dokumentarische als auch eine fiktionale ebene, animation hat keine dokumentarische. deswegen finden wir es etwas befremdlich, wenn man versucht, mit dem computer realistisch aussehende dinge herzustellen. das kann man doch auch filmen. arbeiten mit dem computer verkommt so zu reiner rationalisierung, kostenersparnis. erst wenn es anfängt, künstlich zu erscheinen, hat computergrafik unserer meinung nach eine daseinsberechtigung. der hochgelobte hollywood computerrealismus ist an sich traurig in seiner konzeptionellen dummheit, aber er trägt eben auch früchte in seiner gegenbewegung. die künstliche 3d welt ist eine gratwanderung, ein grenzkonflikt, denn 3d bedeutet ja immer schon einen technischen schritt hin zur simulation zumindest perspektivischer korrektheit.

Welche Rolle spielt der Zufall in eurer Arbeit?
das akzidentielle ist uns eine grosse freude. wenn etwas produziert wird, künstlerisch, frei oder auch nicht, so ist es immer uninteressant wenn man es hat vorhersagen können. darin erschliesst sich ja auch der spass an der künstlichen welt: man imaginiert sich zusammenhänge, die dann kontingent etwas herstellen, was unter umständen komplexer ist als das, was man sich auszudenken vermag. katastrophisch arbeiten, sozusagen. die arbeit mit dynamischen, selbstreferentiellen systemen ist mithin wohl der einzige ort für originäre kulturelle produktion. ausser den gehirnen von komplett wahnsinnigen natürlich. alle anderen können, wie wir, nur kopieren, abwandeln, neu formulieren, rekombinieren.

Wie oder wo zeigt ihr eure (nichtkommerziellen) Arbeiten?
hier und in galerien. gerne auch privat.

An was arbeitet ihr zur Zeit? Gibt es Wunsch-Projekte oder Pläne für die Zukunft?
zur zeit arbeiten wir fast ausschliesslich an unserer ersten nichttrivialen maschine. sie ist ein 7 wochen altes baby, ein aufmerksamkeitsquasar, hochkomplex schon bei auslieferung. dagegen verblasst unser höher werdender stapel an geplanten, unverwirklichten ideen. wir hoffen bis zum frühjahr 2 davon wenigstens umzusetzen.
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Link: www.zeitguised.com

Mate Steinforth

14.11.2007

Advanced Beauty · Mate Steinforth · 2007
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AP1105 · Mate Steinforth · 2005
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Kurzes Interview

Man sieht hier einerseits deine neuste Arbeit “Advanced Beauty”. Ein abstraktes bewegtes tönendes Gemälde. Und die zwei Jahre ältere Arbeit “Funkstörung AP1105″, wo du eher filmisch, mit realen Bildern gearbeitet hast. Kannst du kurz etwas über diese Arbeiten erzählen? Wie sie entstanden sind, um was es für dich dabei geht?
Bei meinen Arbeiten geht es mir meist um die Erzeugung einer Stimmung, einer Umgebung. Es handelt sich um nicht-lineare, nicht nötigenfalls narrative Sequenzen, die ohne eine konkrete Inhaltsangabe stehen. Es soll dem Betrachter der Spielraum geboten werden, seine eigene Erklärung zu erlangen, oder die Arbeit einfach auf sich wirken zu lassen.
Die Arbeit AP1105 ist extrem schnell entstanden ist. Der Prozess zog sich lediglich über 2 Tage. Die Aufnahmen entstanden teils an einem Sommerabend in Stuttgart, grösstenteils sind es jedoch im Internet gefundene Elemente, die am Computer collagiert wurden.
Advanced Beauty dagegen ist komplett abstrakt, komplett digital. Die regenbogenfarbene Wolke aus Bewegung reagiert exakt auf den Sound und wird so zum visuellen Equivalent zu den Empfindungen, die in der Tonspur gespeichert sind.

Du arbeitest in einer Designfirma. Wie trennst du Jobs von freien Arbeiten? Oder ist dieser Übergang fliessend? Wo siehst du dich selber? Eher als Designer oder als Künstler?
Neben meiner tagtäglichen Arbeit bei PSYOP versuche ich soviel wie möglich freie Projekte zu realisieren. Bei beiden der hier vorgestellten Arbeiten handelt es sich um solche Projekte. Das ist oft sehr schwierig und anstrengend, da nur die Abende und die Wochenenden dafür zur Verfügung stehen. In diesen Arbeiten versuche ich für mich gestalterisches Neuland zu betreten.
Stilistisch tendieren Sie oft in die Richtung Design, inhaltlich geht es jedoch nicht um die Vermittlung eines Inhaltes, sondern eher um das Erzeugen einer Stimmung. Daher kann man sie sicher als Kunst betrachten.

Deine Arbeiten sehen sehr kompliziert und aufwendig gemacht aus. Mit welchen Programmen arbeitest du? Wie “entstehen” Arbeiten bei dir? Ich habe gesehen, dass du auch viel von Hand skizzierst….
Obwohl ich sehr gerne zeichne, leider nicht mehr so viel wie vor einigen Jahren, ist der Bildschirm mein Medium. Bewegte Bilder wirken oft eindrucksvoller als ein Standbild. Damit einher kommt die Nutzung von technisch tatsächlich ziemlich komplizierten Techniken und Programmen. Mittlerweile sind diese allerdings auch so einfach geworden, dass sie von jedem erlernbar sind. Konkret handelt es sich dabei um handelsübliche Programme aus dem Bereich 3D Animation und Compositing.

Weshalb wohnst du in New York? Was gefällt dir an dieser Stadt?
Nach New York bin ich der Arbeit wegen gekommen. Das ist auch einer der grossen Vorteile dieser Stadt. Es gibt sehr viele, sehr interessante Angebote im Bereich Design und Animation, die mit keiner anderen Stadt vergleichbar wären. Auch fast 50 Jahre nach Warhol’s Factory ist das kulturelle Angebot New York’s überwältigend gross.
Aber New York ist sehr laut und sehr teuer. Ich weiss nicht ob New York eine Stadt ist in der ich für sehr lange leben wollen würde.

Wie wichtig ist es für dich wo du bist? Wie wichtig ist das Umfeld in dem deine Arbeiten entstehen?
Das Umfeld ist sehr wichtig für die Arbeiten. In einer Stadt wie New York wird man tagtäglich Zeuge an unzählbaren kleinen Geschichten die überall um einen herum passieren. Da ist es sehr leicht, sich inspirieren zu lassen. Die grosse Kunst liegt für mich darin, diese besonderen Geschichten in einem eher langweiligen Umfeld zu finden. Die Arbeiten von Charles und Ray Eames beschäftigen sich oft mit diesem Thema und sind noch immer eine grosse Inspiration.

Was passiert in deiner Zukunft? Hast du grosse Pläne oder Wünsche?
Die nächsten Jahre möchte ich in New York bleiben und mich auf den kommerziellen Teil meiner Arbeit konzentrieren. Sicherlich werde ich das nicht sehr lange aushalten und daher noch andere freie Projekte annehmen. Auf lange Sicht möchte ich gern nach Deutschland zurück kehren.
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Link: www.mateuniverse.com

«Fallen» Kilian Rüthemann

30.09.2007

Fallen · Kilian Rüthemann · 2003
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Kurzes Interview

Um was geht es bei dieser Arbeit?
In diesem Video habe ich erstmals begonnen, essenzielle Themen der Bildhauerei wie Gravitation oder Gleichgewicht nicht mittels Skulptur sondern mit ebendiesem Medium zu untersuchen. Die Schnitte sind genau dort platziert, wo der Körper vom Stehen ins Fallen übergeht. Das simple aneinander reihen dieses Vorgangs verursacht eine Gleichzeitigkeit von leicht und schwer und ist als eine Art Video-als-Skulptur zu sehen.

Welche Themen beschäftigen dich zur Zeit in deiner Arbeit?
Sich auf der Erde aufzuhalten bedeutet eine ewige Anstrengung im Kampf gegen die Schwerkraft. Gleichzeitig hält diese Kraft das ganze Universum zusammen. Dabei ist sie noch immer nicht vollständig erforscht.
Die Unternehmung in meinen Installationen, Skulpturen und Videos ist das Unterlaufen von Gravitation oder aber ein Kooperieren mit ihr. Die so sichtbar gemachten versteckten Qualitäten in den Materialien, Körpern und Räumen verdeutlichen das Potenzial dieser physischen Kraft. Dabei beschränke ich den bildhauerischen Eingriff oftmals auf das Festlegen von einigen wenigen Parametern und lasse das Material den Rest machen.

Du arbeitest mit verschiedensten Materialien. Wie ist das Medium Video für Dich? Wann benutzt du es? Wie benutzt du es?
Auch Video benutze ich als Bildhauer. Damit lassen sich physikalische Wirkungen erzeugen, die im Raum nicht möglich sind hervorzubringen. Auf einer Zeitspur kann ich einen Vorgang aufzeigen, der sich oftmals hinter einer fertigen Skulptur befindet aber nicht mehr sichtbar ist. Meine Videos sind nicht narrativ. Meist Loops, funktionieren sie für mich als bewegte Skulpturen oder als ein Konzept von Skulptur. Oft verwende ich Videos nicht als eigenständige Werke, denn als Teil einer Installation. Oder ich lege mein Interesse mehr auf die skulpturale Präsenz eines Monitors oder Projektors als auf das Videobild.

Du bist ja zur Zeit in Istanbul. Wie gefällt es dir? Möchtest du darüber etwas sagen? Kannst du von einer Begegnung, einem speziellen Erlebnis erzählen?
Istanbul ist eine provisorische Stadt. Ob aus politischer oder städtebaulicher Sicht. Ist der türkische Staat als Konzept relativ jung und nicht wirklich funktionierend, spiegelt sich das in seiner inoffiziellen Hauptstadt wieder. An jeder Ecke wird etwas eingerissen oder aufgebaut, ausgebessert oder einfach liegen gelassen. Sei es im historischen Zentrum, in verarmten oder neureichen Vierteln oder an den Rändern der Metropole. Tag und Nacht! Die Atmosphäre einer in ständiger Verwandlung schwimmenden Stadt zeigt mir Möglichkeiten auf, die mir in einer wohlgeregelten, gesetzten Schweiz nicht einfallen würden.

Gibt es eine aktuelle Ausstellung von dir? Oder ist ein neues Projekt in Arbeit?
Für nächstes Jahr ist (für wenigstens ein Objekt) eine Umstellung des Mediums, oder besser des Arbeitsprinzips geplant. Dies soll eher einer Öffnung von Sichtweisen dienen als einer Irritation. Nicht erschrecken!

Link: www.younever.net

«Behind the Curtain» Bettina Disler

27.08.2007

Behind the Curtain (lineare version) · Bettina Disler · 2006
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kurzes Interview

Bei deinen Arbeiten geht es oft um die Abgründe die sich hinter schönen Kulissen auftun, um in der Dunkelheit verborgene Ängste und Dramen…
Mich interessiert es, Zustände der Ungewissheit einzufangen, Ängste auszuloten und eine Sprache für ‘den Raum zwischen den Ereignissen’ zu finden. Das vermeintlich Schöne an meinen Arbeiten soll den Betrachter ‘locken’, um ihn zwischen Anziehung und Abstossung mit verlängerten Momenten des Unbehagens zu konfrontieren. Ich durchbreche gerne die Erzählstruktur und wähle deshalb in meinen Arbeiten oft tableauartige Sequenzen ohne Anfang und Ende. Nur so kann ich einem Zustand Raum geben, indem ich ihm die Zeit stehle, bzw. durch einen Endlosloop Zeit gebe.

Wie kommst Du zu diesen Geschichten? Erfindest Du sie? Träumst Du sie? Oder sind es gefundene Geschichten anderer Menschen, die Du dann umsetzt?
Diese Momente, die ich in meinen Arbeiten festzuhalten versuche, finde ich in zwischenmenschlichen Beziehungen wieder; Verlustängste, Macht und Ohnmacht, Abhängigkeiten, Wünsche, Grenzüberschreitungen. Es ist ein ständiges hin- und hergerissen sein zwischen Begehren und Ausbrechen, Themen, mit denen man sowohl im alltäglichen Leben, als auch in Träumen konfrontiert wird. Wie ein Schwamm sauge ich all diese Eindrücke auf und mit der Zeit verdichten sie sich zu Bildern, die ich dann in meinen Arbeiten verwende.

Deine Arbeiten sind sehr märchenhaft, beinhalten viele Symbolische und traumhafte Elemente… Kannst Du dazu etwas sagen?
In gewisser Weise arbeite ich ‘märchenhaft’; dieser Eindruck entsteht wohl deswegen, weil ich meine Welten selber erfinde und man sich wegen ihrer Abstraktheit an vorhandenen, so genannten ‘Symbolen’ zu orientieren versucht. Dabei sollte man aber aufpassen, dass man bei Deutungsversuchen meiner Arbeit nicht zu kunsthistorischen Mustern greift. Ich spiele sehr wohl auch mit Symbolen, sie inspirieren mich und es gibt eine Menge Möglichkeiten, mit den Bedeutungen, die ihnen anhaften, umzugehen.

Mir gefallen diese künstlichen, Inszenierten Räume und Landschaften und auch die Kombination mit dem Videobild.
Wie arbeitest Du technisch? Arbeitest Du mit 3D-Programmen? Wie kommt es zu diesen starken Bildkompositionen?

Ich arbeite mit 3D Programmen, weil sie mich in meinem Denken befreien und ich mir so meine eigenen Welten bauen kann. Es macht mich unabhängiger und es erinnert mich stark an das Theater; da baut man auch für jedes Stück eine eigene Welt. Doch im Unterschied zur reinen Guckkastenperspektive habe ich im Medium Video die Möglichkeit, meine Welten von allen Seiten her zu bespielen. Den ‘Live’-Charakter, den das Theater mit sich bringt und den ich sehr mag, kann ich in einer Weise auch mit meinen Videoinstallationen erreichen.

Du arbeitest oft mit Bernd Schurer zusammen. Vertont er deine Bilder? Oder entsteht beides parallel?
Bernd Schurer ist ein wunderbarer Künstler. Durch seine Musik gewinnen meine Arbeiten eine weitere Dimension, und sie haben so die Möglichkeit, auch raumübergreifend zu wirken. Schurers Klänge sind rein synthetisch, also im Computer generiert und das finde ich so spannend daran, dass er mit seinen Tönen Welten schafft, die einen berühren, die weiter gehen, als einfach nur die Tonleiter rauf und runter. Seine Musik inspiriert mich sehr, sie hat etwas ‘Reinigendes’, etwas ganz Klares und gleichzeitig etwas ‘Störendes’, im Sinn von ‘Ecken und Kanten’.
Ich zeige ihm das Video meistens, wenn es schon fertig geschnitten ist. Er ist ein sehr kritischer und intelligenter Partner und ich kann ihm absolut vertrauen, dass er meine Arbeit so versteht, wie ich sie sehe. Oft setzt er meinen Bildern auch etwas entgegen, indem er sie leichter macht, wo sie schwerer sind und umgekehrt. Dann kann es manchmal sogar vorkommen, dass ich meine Arbeiten erst mit seinem Sound richtig begreife…
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«In Utero» Barbara Naegelin

16.08.2007

In Utero · Barbara Naegelin · 2007
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kurzes Interview

Kannst du kurz etwas über den Hintergrund dieser Arbeit sagen? Ausgangslage, Inspiration, etc…
Es handelt sich hier um eine Kunst-am-Bau-Arbeit im Auftrag des Amtes für Hochbauten der Stadt Zürich. Sie haben verschiedene KünstlerInnen eingeladen, für die LED-Wand im neugebauten Letzigrund Stadion ein Video zu produzieren. Ausgangslage war die Thematik: “Katharsis” – übertragen auf die Situation des Sportstadions, einem Austragungsort grosser Emotionen für eine grosse Masse von Menschen. Die Sportler als zeitgenössische Helden leiden und siegen sozusagen stellvertretend für die Menschen, was wohl als “reinigend” empfunden werden kann. Ich wollte etwas mit Bewegung machen, mit Alltag und mit einer “anderen” Realität. Also eben keine durchtrainierten Körper, keine Männer, kein Rasen.

Mir gefällt der Sound dieses Videos. Wie entsteht bei deinen Videos der Ton? Was für eine Rolle spielt er?
In diesem Fall wollte ich, dass das Video auch ohne Sound “funktioniert”, da ich nicht sicher bin, wie das dann effektiv im Stadion gezeigt wird. Und ich nehme an, die Geräuschkulisse dort wird sicher stark sein. Zunächst wollte ich deshalb nur ein paar kleine Geräuschakzente setzen, dann kam irgendwann auch Musik hinein. Ich habe mich aus der Erinnerung, also ohne sie mir wirklich anzuhören, an der Musik von Paul Dukas’ Der Zauberlehrling orientiert. Aber Sound spielt sonst in meiner Arbeit immer eine extrem grosse Rolle – er wird gleich bewertet wie das Bild. Manchmal ist ein Musikstück die Inspiration für eine Arbeit. Die Bildidee kommt dann erst im Nachhinein. Und ich liebe es einfach sehr, Musik zu machen. Daran führt kaum ein Weg vorbei.

Mir fällt auf, dass man in deinen Videos eigentlich immer nur dich als Darstellerin sieht. Hat das mit deiner sonstigen Performance-Tätigkeit zu tun?
Ich finde es ganz einfach praktisch, meine eigene Darstellerin zu sein, weil ich so den Verlauf der Arbeit selber kontrollieren kann. Letztlich verstehe ich die Figur, die ich verkörpere, eher als exemplarisch, sie sollte über meine Person hinausgehen. Es ist auch ein sehr intimer Akt, für die Kamera zu performen (ich mache das immer alleine, ausser bei diesem Video, da hat Iris Beatrice Baumann und ein Unterwasserteam die Kamera gemacht) und ich getraue mich viel mehr auszuprobieren als vor Publikum. Aber wenn ich dann das Video veröffentliche, bin ich natürlich auch immer sehr nervös. Ja, und manchmal denke ich, es wäre mal an der Zeit, ein anderes Gesicht in meinen Videos zu haben – besonders wenn ich meine Doku anschaue…

Ich habe den Eindruck bei deiner Arbeit geht es oft um Sozialkritik. Hier im speziellen um das gestresste Konsumverhalten, keinen “Schnauf” mehr zu haben, und den Versuch auszubrechen, sich zurück zu ziehen… Welche Themen beschäftigen dich?
Seit längerer Zeit beschäftige ich mich mit der Thematik, was Menschen tun, um glücklich zu sein – oder zu werden und habe so einen Übertitel für die meisten meiner letzten Arbeiten kreiert: The Trivial Pursuit of Happiness. Auch dieses Video steht eigentlich unter diesem Nenner: Die Freuden des Konsums und gleichzeitig der Stress, der damit verbunden ist. Die Tiefgarage ist für mich ein Ort, den ich als äusserst unangenehm empfinde und in dem ich mir jeweils kaum erlaube, einzuatmen. Die Protagonistin flüchtet sich in eine Traumwelt, die ja paradoxerweise voller Leichtigkeit ist, obwohl das Atmen dort gänzlich unmöglich ist. Und der Einkaufswagen hält sie auf dem Boden der Realität.

Gehst du immer von einem inhaltlichen Thema aus oder auch von Bildideen?
Eigentlich arbeite ich fast immer konzeptuell, d.h. von einer inhaltlichen Idee ausgehend. Aber manchmal ist es auch eine formale oder eine technische Idee wie z.B. bei “balanced indifference”. Bei diesem Video wollte ich mal ein Duett mit mir selber singen – interagierend auf zwei Monitoren. Nachdem ich das Lied dafür (something stupid von Sinatra) gefunden hatte, musste ich nur noch herausfinden, was sich dann zwischen diesen beiden Figuren auf den beiden Monitoren effektiv abspielen soll. Da habe ich sehr viel ausprobiert und stundenweise Material verworfen, bis ich dann erst herausgefunden habe, worum es im Ganzen eigentlich inhaltlich gehen könnte.

Was machst du momentan? Gibt es ein aktuelles Projekt oder bald eine Performance zu sehen?
Im Januar 07 traf ich im Internet auf die Fotos einer jungen Amerikanerin. Sie trat nach 9/11 der US-Armee bei und war für sechs Monate in Bagdad stationiert.
Ihre umfangreiche, kommentierte Bildersammlung sowie ihre täglichen Weblog-Einträge provozieren und inspirieren mich. Ihre ständige Selbstvergegenwärtiung und ihre Geschichte bildet die Basis für meine künstlerische Reaktion. Ich denke an ein Video in einem installativen Setting, allenfalls kombiniert mit einer Live-Performance. Auch dieses Projekt gehört in die Reihe: «The Trivial Pursuit of Happiness».
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Link: www.braingarden.ch

«Black Milk» Max Schmid

06.06.2007

Black Milk · Max Schmid · 2002 · Künstlerische Mitarbeit: Beat Brogle · Musik: Knut Jensen & Silvia Buonvicini · Produzentin: Stella Händler · Kostüm: Clarissa Herbst
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kurzes Interview

Dieses Video ist ja ein Clip zu einem Song von Knut&Silvy. War das eine Auftragsarbeit mit bestimmten Vorgaben?
Beat Brogle und ich hatten gegenüber Knut&Silvy völlig freie Hand. Jeder von uns wählte einen Song von der CD “Days Of Dismantled Routines” aus, Beat “Candy Queen” und ich eben “Black Milk”. Knut&Silvy verlangten von uns keinerlei Konzept oder Projektbeschrieb. Da wir die Arbeiten aber finanzieren mussten, waren wir gezwungen den Geldgebern eine Vorstellung dessen zu vermitteln, was wir vorhatten.

Deine Arbeiten sind oft sehr komplex. Planst du vorher immer alles bis in Detail? Man hat den Eindruck, dass du erst ein umfassendes Drehbuch erstellst, wo schon alles, von den Handlungen der Schauspieler bis zu den komplizierten Bild-Effekten fertig drinsteht… ist das so? Oder planst du ev. bewusst Räume für den Zufall ein?
In Black Milk bin ich sehr spielerisch und assoziativ vorgegangen. Ich habe vor den Dreharbeiten mit den verschiedenen Ebenen, die der Song auf der stilistischen und inhaltlichen Ebene mitbringt experimentiert; Körper, Geschwindigkeit, Aggressivität, Verletzung, Haut, Roadmovie, Voodoo etc. Bei den Dreharbeiten waren die Experimentieranordnungen in etwa klar. Am Schnittplatz hatte ich dann genügend Material um weiter zu experimentieren. Gewisse Experimente nahmen einen völlig anderen Verlauf als geplant andere kamen mehr oder weniger so heraus wie erwartet. Ich arbeite nie mit einem Drehbuch aber ich versuche die Experimente möglichst präzise zu planen.

Arbeitest du alleine? Oder gibt es Kollaborationen?
Ich versuche wenn immer möglich mit Leuten zusammen zu arbeiten. Stella Händler ist bei fast jeder Arbeit eine wichtige Partnerin. Mit Beat Brogle habe ich verschiedene Arbeiten gemacht. Knut Jensen hat für die meisten den Ton gemacht und einige SchauspielerInnen sind auch immer wieder dabei.

Wie kommst du zu diesen speziellen Effekten? Ist das hauptsächlich harte Knochenarbeit, indem du Frame für Frame bearbeitest? Vielleicht kannst du ein Beispiel verraten?
Einerseits gehe ich oft von einem inneren Bild aus, manchmal auch von einem bestimmten Gefühl. Andererseits finde ich die Videotechnik oder auch Filmtechnik wenn man spielerisch mit ihr umgeht sehr inspirierend. Oft weiss ich nachher nicht mehr ob zuerst ein technisches Experiment oder eine inhaltliche Idee stand. Das eine provoziert das andere. Seltsamerweise gleichen auch die formalen Vorlieben den inhaltlichen Interessen. Ich mag z.B instabile Bilder, die jederzeit zusammenbrechen oder sich auflösen könnten. Gleichzeitig interessieren mich psychische oder zwischenmenschliche Zustände, die sich auf einem Kipppunkt befinden, die unklar und ambivalent sind, wo zwischen zwei Kräften noch nicht entschieden ist, welches die stärkere ist.

Wie gehst du vor. Gibt es bei dir inhaltliche Themen, die dich beschäftigen oder gehst du eher von Bildideen aus, die dann eine Geschichte erzählen?
Für grössere installative Arbeiten steht im Kern eigentlich immer eine inhaltliche oder “emotionale” Fragestellung. Diese Fragestellungen werden aber oft über Bilder ausgelöst. Ich frage mich dann wieso mich gewisse Bilder oder Filme nie loslassen und indem ich dieser Frage nachgehe, stosse ich auf Theorien, neue Bilder, Ideen und weitere Materialien mit denen ich arbeiten kann. Ich forsche sozusagen daran, wieso mich etwas fasziniert. Im Dialog mit meinen ArbeitspartnerInnen versuche ich dann zu prüfen ob diese Auseinandersetzung auch für Andere interessant sein kann.

Bei “Black Milk” war die Situation insofern anders, als durch den Song bereits ein Thema oder ein Inhalt gesetzt waren. Die halbe Arbeit war schon getan und ich konnte wie gesagt sehr assoziativ an die Bildproduktion gehen.

In letzter Zeit hast du ja mehrere installative Videoarbeiten gemacht. Was machst du zur Zeit? Wann oder wo kann man wieder etwas von dir sehen?
Ich arbeite an mehreren kleinen Projekten gleichzeitig, die sich aber alle thematisch mehr oder weniger nahe stehen. Die Idee dahinter ist, einen Themenbereich oder ein Interesse von verschiedenen Seiten her gleichzeitig zu bearbeiten. Die Arbeiten sollten sowohl zusammen als auch alleine funktionieren, vergleichbar einer Werkgruppe. Was das “Thema” ist möchte ich nicht sagen, weil ich es für mich selbst bewusst noch unscharf halten möchte. Ein erstes Video wird ab August in Baden im Rahmen eines Projektes zu sehen sein, bei dem Kunstvideos auf einen Fels über der Stadt projiziert werden. Ausserdem läuft zur Zeit im Kunsthaus Baselland die Gruppenausstellung “The Art of Faillure” wo “Sad Song”, eine ältere Arbeit von Stella Händler und mir gezeigt wird und im Herbst soll eine grössere Gruppe von neuen Arbeiten in Basel gezeigt werden.
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«copy» Esther Hunziker

24.04.2007

copy · Esther Hunziker · 1994
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kurzes interview

Kannst du kurz etwas über den Hintergrund des Videos sagen. Was hat dich da beschäftigt/interessiert?
COPY ist wie der name sagt eine kopie. die vervielfätigung, wiederholung eines orginals. ein selbstportrait. ich, das orginal durch die maschinen gedreht.
bilder die sich unentwegt aufbauen und wieder verschwinden, ohne je bei einer konkreten ansicht stehen zu bleiben. halbbilder die ineinander übergehen.

Das Video ist jetzt schon über 10 Jahre alt. Wie hast du das damals technisch gemacht? Was gab es da für Programme/Maschinen etc?
die bilder wurden mit einer überwachungskamera aufgenommen und auf einem analogen u-matic low-band schnittplatz bearbeitet.
wie genau das video technisch umgesetzt wurde kann ich im nachhinein nicht mehr nachvollziehen. vieles entstand durch zufall, durch fehler.
bei den analogen schnittplätzen damals mit den diversen maschinen, monitoren, kabeln, hebeln und knöpfen gab es genügend möglichkeiten fehler zu begehen und das signal zu stören.
ich habe sehr viel mit diesen fehlern und störungen experimentiert. es war spannend alle diese verborgenen bilder zu entdecken.

Du arbeitest oft mit Bildern die durch Störungen, Verzerrungen, Verpixelungen verändert sind. Was interessiert dich daran?
Ist es Teil deiner Arbeit diese Veränderungen durch Experimente herzustellen, oder wie kommst du zu deinem Bildmaterial?

ich arbeite viel mit found footage, mit fragmenten. ich rezikliere und baue neu zusammen. es ist das zusammenspiel von fragmenten, von bild, text und ton das mich interssiert. ich spiele damit, nehme die dinge auseinander, setzte neu zusammen und konstruiere meine eigenen geschichten. dabei sind die zufälligen bilder die man entdeckt meist interessanter als jene die man sucht.

Heute machst du ja mehr “Netzkunst”, audiovisuelle Geschichten durch die man sich durchklicken muss.
Woran arbeitest du zur Zeit? Und um was für eine Geschichte geht es dabei?

edinburgh/demon heisst die neueste arbeit (in den nächsten tagen online). nach nord und alphabet ltd. ist es das dritte gemeinsame online projekt mit felix zbinden.
edinburgh/demon ist ein fiktiver online report. es geht um die protagonistin katrina winterberg und um ‘maxwells dämon’, das abstrakte gedankenexperiment des edinburgher physikers james clerk maxwell, das den absoluten zweiten hauptsatz der thermodynamik in frage stellt.
die offene erzählweise von ‘edinburgh/demon’ produziert unentwegt geschichten, geschichtssplitter, gedankenfragmente, die aufgenommen und abgebrochen werden: dämonen. dysfunktionale kommunikation. wärmetod. 1/f rauschen. 35,6 tonnen exformation. wahnsinnige frauen. dalry gait. kommunikationstheorie. informationstheorie. motorisierte pogostöcke. minimale bewusstseinsbandbreite. shannon vs bennett. island. chloroform. maschinenskizzen. meeresrauschen. elektroschrott. die büchse der pandora. explodierende maschinen —
…demnächst in ihrem internet!
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www.23ltd.ch

«Drinnen & Draussen» Max Schmid

22.03.2007

Drinnen & Draussen · Max Schmid · 2004
Aus der Serie «aufnahmen»
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www.maxphilippschmid.ch
www.freihaendler.ch

«Walz 57» Niko Stumpo

10.02.2007

Walz 57 · Niko Stumpo · 2006
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Niko Stumpo was born in Drammen, Norway. He grew up in the ice lands of Norway, and at the age 6 he moved to Italy, and began vigorously skateboarding. During many years, skateboarding became his life. He had become a sponsored skater and toured around Europe with his sponsors. The fun stopped when he had a severe injury, and was forced to change his career to another focus, which led to “art”. He had finished High School in the field of art, and later enrolled in a Fine Art Academy, however never completed the actual course. Even though, he had a great passion in art and could see the great potential of it – through his own creativity. Instead of continuing school, he became fascinated with Web design, and one of his early inspirations on the World Wide Web was an animated butterfly on the first edition, “The Remedi Project”. Since then, he has contributed to “The Remedi Project”. he has worked as a creative director at a major design agency in Milan, Italy, then he started freelancing for different companies, then as an art director for Wieden+Kennedy in Amsterdam, now he runs his own companies called HANAZUKI and Aiko focusing more on artistic projects and creations of events. His artwork has been exhibited in places such as the Biennial of Tirana and Valencia, the World Wide Web Exhibition in Sao Paolo, Brazil, the George Pompidou in Paris, the Riviera Gallery in Brooklin Ny, The MACBA in Barcelona, in the Bomuldsfabriken in Norway, the 55Diesel store in Milan, Palazzo Fortuny in Venice, the 451F gallery in Amsterdam, The MONTANA gallery In Barcelona etc.
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www.abnormalbehaviorchild.com

«loading» collectif_fact

05.02.2007

loading · collectif_fact · 2006
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short interview
Can you say something about the idea or inspiration behind this work?
Here is a small concept about the piece:
The “loading” video shows the entrance of an underground car park. This space is built in a schematized way, close to the cardboard model. Identical vans continuously enter the building. Only the signposting elements distinguish themselves from the surroundings by their colours.
The action creates a tension linked to the expectation of “an event”, while its repetitive side tends to make the scene absurd and disconnect it from its disturbing referent.
Therefore, while reducing elements to a minimum, we provoke a feeling of frustration between what happens and what could occur.

How do you create the scenes of your clips? Do you rebuild real existing places or do you design them by heart?
We invent compeltly the scene it doesn’t really exist but it’s a kind of design by heart.

You are a group of three people. How do you work together? Does everyone do everything or do you split the work in different parts?
We discuss every idea all together and then we split the work. But we manage the all thing together, talking while doing it until the end.

What is the meaning of the collectif for you? And how fix is it? Are there people joining or leaving sometimes? Or do the members appear also as solo-artists besides the collectif?
We always work together as a group. In contemporary art there is a lot of collaboration to do projects nowaday. A collective is a collaboration in long term. with the word “collectif” we like to show that we work like that.

Is there a new project you are working on at the moment?
Yes. See you in Môtiers, art en plein air, june 2007…
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http://www.collectif-fact.ch