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Archive for November, 2007

Zeitguised

22.11.2007

‘Untitled (Geometries)’ · 2 min · Zeitguised · 2006 · Sound Design by Francois Gamaury
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‘Untitled (Landscape)’ · 11 min · Zeitguised · 2006 · Sound Design by Michael Fakesch
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Kurzes Interview

Auf eurer Website reihen sich freie Arbeiten, Musik Videoclips und kommerzielle Werbespots aneinander… Gibt es für euch keine Trennung zwischen den Disziplinen?
natürlich gibt es eine trennung, aber die ist schwer an irgendwas festzumachen. natürlich gibt es unterschiede zwischen einer freien arbeit und einer auftragsarbeit, jedoch sind die manchmal fliessend. auf unserer webseite finden sich eben auch kommerzielle arbeiten, an denen wir auch spass hatten, ein bisschen spielen durften oder die an unsere freien arbeiten angelehnt sind. das ist glaube ich nur im deutschsprachigen bereich anrüchig, wenn man auch etwas verkauft. wir haben kein problem damit, dass teile unserer arbeit auch teil einer mainstream kultur sind. wobei wichtige teile eben auch unterrepräsentiert oder unverstanden bleiben, aber das ist doch in den galerien nicht anders.

Seid ihr Künstler oder wie würdet ihr euch bezeichnen?
je nachdem, was wir gerade machen. manchmal passt die klassische bezeichnung künstler eben, aber das ist eigentlich unwichtig.

Arbeitet ihr nur zu zweit oder auch mit anderen? Anscheinend arbeitet ihr oft mit Musiker/Sound-Designer zusammen… Vertonen die eure Movies oder macht ihr die Animationen zum bestehenden Sound?
wir arbeiten oft mit anderen zusammen, vor allem musikern. animationen zu bestehender musik zu machen ist besonders spannend. im kommerziellen bereich ist das oft nicht der fall.

Wie arbeitet ihr? Habt ihr ein Sammelsurium von Effekten, Objekten oder Animationsabläufen von dem ihr ausgehen könnt? Entsteht viel direkt beim Machen am Computer oder erstellt ihr ein “Storyboard” das dann mit 3D-Programmen umgesetzt wird?
wenn wir frei arbeiten, entstehen die arbeiten ‘beim machen’. das ist ein grosser vorteil gegenüber traditionellen, materialgebundenen arbeitsweisen wie film oder trick, wo man aus wirtschaftlichen gründen alles schon vorher wissen muss, bevor man anfängt zu produzieren. da ist freies arbeiten nur schwer möglich.

Welche Inhalte interessieren euch? Was fasziniert euch an der künstlichen 3D-Welt?
für uns sind arbeiten, egal ob von uns oder anderen, interessant wenn sie etwas neues zum bestehenden hinzufügen. künstliche bilder sind der spass der imagination an sich selbst, und imagination sind wahrscheinlich der wichtigste teil dessen, was man so landläufig realität nennt, auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen. film hat sowohl eine dokumentarische als auch eine fiktionale ebene, animation hat keine dokumentarische. deswegen finden wir es etwas befremdlich, wenn man versucht, mit dem computer realistisch aussehende dinge herzustellen. das kann man doch auch filmen. arbeiten mit dem computer verkommt so zu reiner rationalisierung, kostenersparnis. erst wenn es anfängt, künstlich zu erscheinen, hat computergrafik unserer meinung nach eine daseinsberechtigung. der hochgelobte hollywood computerrealismus ist an sich traurig in seiner konzeptionellen dummheit, aber er trägt eben auch früchte in seiner gegenbewegung. die künstliche 3d welt ist eine gratwanderung, ein grenzkonflikt, denn 3d bedeutet ja immer schon einen technischen schritt hin zur simulation zumindest perspektivischer korrektheit.

Welche Rolle spielt der Zufall in eurer Arbeit?
das akzidentielle ist uns eine grosse freude. wenn etwas produziert wird, künstlerisch, frei oder auch nicht, so ist es immer uninteressant wenn man es hat vorhersagen können. darin erschliesst sich ja auch der spass an der künstlichen welt: man imaginiert sich zusammenhänge, die dann kontingent etwas herstellen, was unter umständen komplexer ist als das, was man sich auszudenken vermag. katastrophisch arbeiten, sozusagen. die arbeit mit dynamischen, selbstreferentiellen systemen ist mithin wohl der einzige ort für originäre kulturelle produktion. ausser den gehirnen von komplett wahnsinnigen natürlich. alle anderen können, wie wir, nur kopieren, abwandeln, neu formulieren, rekombinieren.

Wie oder wo zeigt ihr eure (nichtkommerziellen) Arbeiten?
hier und in galerien. gerne auch privat.

An was arbeitet ihr zur Zeit? Gibt es Wunsch-Projekte oder Pläne für die Zukunft?
zur zeit arbeiten wir fast ausschliesslich an unserer ersten nichttrivialen maschine. sie ist ein 7 wochen altes baby, ein aufmerksamkeitsquasar, hochkomplex schon bei auslieferung. dagegen verblasst unser höher werdender stapel an geplanten, unverwirklichten ideen. wir hoffen bis zum frühjahr 2 davon wenigstens umzusetzen.
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Link: www.zeitguised.com

Mate Steinforth

14.11.2007

Advanced Beauty · Mate Steinforth · 2007
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AP1105 · Mate Steinforth · 2005
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Kurzes Interview

Man sieht hier einerseits deine neuste Arbeit “Advanced Beauty”. Ein abstraktes bewegtes tönendes Gemälde. Und die zwei Jahre ältere Arbeit “Funkstörung AP1105″, wo du eher filmisch, mit realen Bildern gearbeitet hast. Kannst du kurz etwas über diese Arbeiten erzählen? Wie sie entstanden sind, um was es für dich dabei geht?
Bei meinen Arbeiten geht es mir meist um die Erzeugung einer Stimmung, einer Umgebung. Es handelt sich um nicht-lineare, nicht nötigenfalls narrative Sequenzen, die ohne eine konkrete Inhaltsangabe stehen. Es soll dem Betrachter der Spielraum geboten werden, seine eigene Erklärung zu erlangen, oder die Arbeit einfach auf sich wirken zu lassen.
Die Arbeit AP1105 ist extrem schnell entstanden ist. Der Prozess zog sich lediglich über 2 Tage. Die Aufnahmen entstanden teils an einem Sommerabend in Stuttgart, grösstenteils sind es jedoch im Internet gefundene Elemente, die am Computer collagiert wurden.
Advanced Beauty dagegen ist komplett abstrakt, komplett digital. Die regenbogenfarbene Wolke aus Bewegung reagiert exakt auf den Sound und wird so zum visuellen Equivalent zu den Empfindungen, die in der Tonspur gespeichert sind.

Du arbeitest in einer Designfirma. Wie trennst du Jobs von freien Arbeiten? Oder ist dieser Übergang fliessend? Wo siehst du dich selber? Eher als Designer oder als Künstler?
Neben meiner tagtäglichen Arbeit bei PSYOP versuche ich soviel wie möglich freie Projekte zu realisieren. Bei beiden der hier vorgestellten Arbeiten handelt es sich um solche Projekte. Das ist oft sehr schwierig und anstrengend, da nur die Abende und die Wochenenden dafür zur Verfügung stehen. In diesen Arbeiten versuche ich für mich gestalterisches Neuland zu betreten.
Stilistisch tendieren Sie oft in die Richtung Design, inhaltlich geht es jedoch nicht um die Vermittlung eines Inhaltes, sondern eher um das Erzeugen einer Stimmung. Daher kann man sie sicher als Kunst betrachten.

Deine Arbeiten sehen sehr kompliziert und aufwendig gemacht aus. Mit welchen Programmen arbeitest du? Wie “entstehen” Arbeiten bei dir? Ich habe gesehen, dass du auch viel von Hand skizzierst….
Obwohl ich sehr gerne zeichne, leider nicht mehr so viel wie vor einigen Jahren, ist der Bildschirm mein Medium. Bewegte Bilder wirken oft eindrucksvoller als ein Standbild. Damit einher kommt die Nutzung von technisch tatsächlich ziemlich komplizierten Techniken und Programmen. Mittlerweile sind diese allerdings auch so einfach geworden, dass sie von jedem erlernbar sind. Konkret handelt es sich dabei um handelsübliche Programme aus dem Bereich 3D Animation und Compositing.

Weshalb wohnst du in New York? Was gefällt dir an dieser Stadt?
Nach New York bin ich der Arbeit wegen gekommen. Das ist auch einer der grossen Vorteile dieser Stadt. Es gibt sehr viele, sehr interessante Angebote im Bereich Design und Animation, die mit keiner anderen Stadt vergleichbar wären. Auch fast 50 Jahre nach Warhol’s Factory ist das kulturelle Angebot New York’s überwältigend gross.
Aber New York ist sehr laut und sehr teuer. Ich weiss nicht ob New York eine Stadt ist in der ich für sehr lange leben wollen würde.

Wie wichtig ist es für dich wo du bist? Wie wichtig ist das Umfeld in dem deine Arbeiten entstehen?
Das Umfeld ist sehr wichtig für die Arbeiten. In einer Stadt wie New York wird man tagtäglich Zeuge an unzählbaren kleinen Geschichten die überall um einen herum passieren. Da ist es sehr leicht, sich inspirieren zu lassen. Die grosse Kunst liegt für mich darin, diese besonderen Geschichten in einem eher langweiligen Umfeld zu finden. Die Arbeiten von Charles und Ray Eames beschäftigen sich oft mit diesem Thema und sind noch immer eine grosse Inspiration.

Was passiert in deiner Zukunft? Hast du grosse Pläne oder Wünsche?
Die nächsten Jahre möchte ich in New York bleiben und mich auf den kommerziellen Teil meiner Arbeit konzentrieren. Sicherlich werde ich das nicht sehr lange aushalten und daher noch andere freie Projekte annehmen. Auf lange Sicht möchte ich gern nach Deutschland zurück kehren.
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Link: www.mateuniverse.com